Conference Updates

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Kampf für menschenwürdigen öffentlichen Verkehr

Rosa Pavanelli

Die Anwesenheit der als Ehrengast eingeladenen Generalsekretärin der ITF-Schwesterorganisation Internationale der Öffentlichen Dienste (IÖD) Rosa Pavanelli war Ausdruck der starken Fokussierung der neuen ITF-ÖPNV-Kampagne auf qualitativ hochwertige öffentliche Dienste. Die Kampagne richtet sich gegen Privatisierung und verfolgt die Entwicklung einer eigenen Verkehrspolitik und den Aufbau starker Gewerkschaften, unter Einbeziehung positiver Auswirkungen für den Klimaschutz.

"Von Nord nach Süd sind die Rechte der Beschäftigten bei den öffentlichen Diensten Angriffen ausgesetzt," so Rosa Pavanelli in ihrer Rede vor den Delegierten. "Eine Politik der Austerität und der globale Wettbewerb werden von den Reichen, die ihren Wohlstand von Tag zu Tag steigern, für ihre Zwecke genutzt, während der Rest der Welt immer ärmer wird. Das einzige Hindernis für sie ist die Macht der Beschäftigten, die über die Gewerkschaften ausgeübt wird. Das ist der Grund, warum Gewerkschaften so heftig attackiert werden."

In dieser Einschätzung waren die ITF und die IÖD deutlich einer Meinung. In zahlreichen Wortmeldungen schilderten die Delegierten ihre Erfahrungen unter dem Tenor, dass die Privatisierung niemandem hilft, außer den Privatisierern, und gaben ihrer Überzeugung Ausdruck, dass das Streikrecht ein Menschenrecht ist.

Sie nahmen multinationale Unternehmen ins Visier, die sich "wie Chamäleons verhalten", da sie in ihrem Heimatland als gute Arbeitgeber auftreten und in anderen als Gewerkschaftsfeinde und Ausbeuter, und tauschten Informationen über Maßnahmen aus, die unternommen wurden, um sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Im Dezember 2013 unterzeichneten der Arbeitgeberverband UITP und die ITF eine Absichtserklärung, und die Delegierten berieten über die Weiterentwicklung dieser neuen Arbeitsbeziehung.

Die Kampagne für öffentlichen Verkehr, Maßnahmen zu multinationalen Unternehmen und die Förderung dieser Beziehung bildeten ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm, das mit Begeisterung aufgenommen wurde, was sich auch im Ton der zahlreichen Wortmeldungen dieser positiven und informativen Sitzung niederschlug. Nach acht Jahren legte Martin Mayer das Amt des Vorsitzenden der Sektion Straßentransport nieder, zu seinem Nachfolger wurde Asbjørn Wahl gewählt.

Einige der Redner/innen

Maya Schwiegershausen-Güth, Fachgruppe Straßenpersonenverkehr, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Deutschland

Dirk Schlömer, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Deutschland

Zenzo Mahlangu, SATAWU, Südafrika

Jong In Kim, Korean Federation of Public Services and Transportation Workers' Unions (KPTU), Korea

14 August 2014
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Luft, Straße, See und Häfen: Beschäftigte stehen an erster Stelle! Stimmen aus dem Plenum

"Manche Luftverkehrsbeschäftigte werden vergiftet. Wir brauchen Verordnungen im Hinblick auf die Luftqualität in der Flugzeugkabine."
Sara Nelson, AFA-CWA, USA

"Sektionsübergreifendes Denken zahlt sich aus – nur eine Email von uns, die klar machte, dass Seeleute eine bestimmte Airline nicht benutzen würden, trug zum Erfolg von Luftverkehrsbeschäftigten in ihrem Arbeitskonflikt bei."
Abdulgani Serang, NUSI, Indien

"Der Aufbau und die Nutzung von Kapazitäten zur solidarischen Unterstützung wird in den kommenden vier Jahren von entscheidender Bedeutung sein – eine Mobilisierung der Masse, von der im Schwerpunktpapier des Kongresses die Rede ist, zeigt den Arbeitgebern, dass wir uns wehren können."
Sharon James, ITF-Sektion Häfen

"Wir müssen Arbeitszeitbegrenzungen fordern. Übermüdung ist nicht nur ein Problem für die Beschäftigten, sondern auch für die Sicherheit an Bord von Flugzeugen."
Fatima Ajouz (Mitte), Libanesische Kabinenpersonalvereinigung, Libanon

12 August 2014
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Grenzüberschreitende Geschlossenheit im Kampf gegen Sozialdumping

Die Gewerkschaften des Lkw-Fahrpersonals organisieren europaweit auf neue Weise – so das Fazit einer heutigen Rahmenveranstaltung. Das Projekt namens "Cross Road" richtet sich gegen die Ausbeutung von Berufsfahrer/innen aus Bulgarien und Rumänien, die in Westeuropa tätig sind.

"Auf den Straßen Europas herrschen Sklaverei-ähnliche Zustände. Für uns in Bulgarien ist diese Aussage sehr riskant, aber letztendlich stimmt sie. Wir sind fest entschlossen, dieses Problem zu bewältigen," so Ekaterina Yordanova von der Föderation der Verkehrsgewerkschaften Bulgariens (FTTUB).

Edwin Atema, FNV Bondgenoten, talks about organising truck drivers across borders

Edwin Atema

Edwin Atema vom niederländischen FNV Bondgenoten sprach über die praktischen Maßnahmen seiner Gewerkschaft. "Regelmäßig suchen wir Lkw-Fahrer/innen an Raststätten auf. Wir sagen ihnen, dass wir für ihre Gewerkschaftsrechte überall in Europa kämpfen werden, wenn sie einer Gewerkschaft in Bulgarien oder Rumänien beitreten."

Der Vorsitzende der ETF-Sektion Straßentransport Robert Parrillo erklärte, dass das grundlegende Ziel die Organisierung der Beschäftigten sei: "Wir dürfen Wanderarbeitnehmer/innen unter dem Berufsfahrpersonal nicht stigmatisieren. Was wir wollen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen starken Gewerkschaften in West- und Osteuropa."

Mehr zum "Cross Road"-Projekt gibt es hier >>

12 August 2014
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Wir sind eine Gewerkschaftsfamilie ...

... und zusammen können wir durch Organisationsarbeit entlang der Lieferkette und anhand inspirierender, zielgerichteter Aktionen gewinnen."

Mit diesen Worten und dem folgenden Film über die Tätigkeit in den vergangenen vier Jahren begann die Sektionskonferenz Zivilluftfahrt.

Nach diesem Rückblick konzentrierten sich die Delegierten auf künftige Strategien. Der Kampf gegen Outsourcing spielte dabei eine wichtige Rolle. Shane O'Brien von der Transport Workers' Union of Australia stellte fest: "In dem Flughafen, in dem ich arbeite, hat eine Fluggesellschaft schon seit Jahren keine neuen Beschäftigten mehr eingestellt." Die Konferenz beschloss auch gegen Angriffe auf Gewerkschaften seitens bestimmter Airlines vorzugehen. Hubert Hollerich von der OGBL (Luxemburg) fasste die Situation der Beschäftigten, als eine luxemburgische Fluggesellschaft teilweise von Qatar Airways übernommen wurde, wie folgt zusammen: "Es war wie in einer Diktatur! Sie verlangten sogar von uns, in Luxemburg die Bedingungen katarischer Arbeitsverträge zu übernehmen."

Die Beschäftigtenvertreter/innen kamen überein, den Kampf für mehr Regulierungen fortzusetzen. Sara Nelson von der US-amerikanischen AFA-CWA forderte Verordnungen zur Luftqualität in der Flugzeugkabine: "Manche Luftverkehrsbeschäftigte werden vergiftet!"

Obwohl viele weibliche und junge Beschäftigte bereits in Gewerkschaften organisiert sind, plant die ITF, den gewerkschaftlichen Organisationsgrad dieser Gruppen in Zukunft deutlich zu erhöhen. Giannina Fiora Del Fabro von der chilenischen Gewerkschaft Sindicato de Tripulantes de Cabina Lan Express brachte die Entschlossenheit ihrer Organisation zum Ausdruck: "Wir werden uns auf die Mitgliederwerbung unter jungen und weiblichen Beschäftigten konzentrieren!" Anschließend sprachen die Gewerkschaften erneut von ihrer festen Überzeugung, dass Profite niemals Vorrang vor Sicherheitsaspekten haben dürfen. Fatima Ajouz von der libanesischen Kabinenpersonalvereinigung erklärte, dass im Interesse von Beschäftigten und der Sicherheit an Bord von Flugzeugen Arbeitszeitbegrenzungen eingeführt werden müssen.

Die Konferenz wählte Oliver Richardson und Joe Tiberi zum Vorsitzenden bzw. stellvertretenden Vorsitzenden des Sektionsausschusses Zivilluftfahrt, und schloss mit einer Schweigeminute für die Opfer des Malaysian-Airlines-Fluges MH17.

12 August 2014
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David Cockroft nimmt Abschied

Gestern hielt David Cockroft auf dem ITF-Kongress seine Abschiedsrede. Mehr dazu hier >>

12 August 2014